DSGVO: Der Tag danach

Zu heute brauche ich eine SSL-Verschlüsselung, einen Vertrag mit meinem Hoster zur Auftragsdatenverarbeitung, außerdem ein Verfahrensverzeichnis. Der Blog muss unter https laufen, IP-Adressen müssen anonymisiert werden, google Fonts sollen lokal vom Server geladen werden, Akismet muss weg, ich darf keine Plugins haben und kein google Analytics. Begriffe, die ich lernen muss wie Vokabeln. Aber auch wenn ich sie kann, habe ich doch nichts verstanden von dem, was sie bedeuten, geschweige denn irgendwas davon umgesetzt.

Zwei Jahre hatte ich Zeit. Gemacht habe ich nichts. Gar nichts. (Wenn der Sohn sich das in der Schule erlauben würde, denke ich gerade, würde sich hier das Dach heben …). Deshalb muss der Blog eigentlich ab sofort vom Netz.

Das ist die schlechte Nachricht. Aber es gibt auch eine gute:

DSGVO häkelmonsterIch habe ein Impressum (seit gestern), habe eine DSGVO-taugliche Datenschutzverordnung generiert (auch gestern). Beides sitzt an der richtigen Stelle im Blog (ja, auch das habe ich hinbekommen. Danke Rebekka und Pia!). Sogar ein Cookie Banner ist jetzt da. Damit habe ich gestern mehr erreicht, als ich mir jemals zugetraut hätte.

Tschakka!

Und – was mindestens so gut ist, wenn auch anders – ich bekomme in den letzten Tagen zahlreiche Mails von Shops und Fluggesellschaften, Portalen, Verbänden, Hotels und Organisationen. Sie alle bitten um einen Klick zum neuen Newsletter, weil sie mich nicht verlieren wollen (…) – werden sie aber. Denn ganz ehrlich? Schneller und besser hat sich mein Postfach noch nie aufgeräumt. Die wenigsten dieser Newsletter habe ich je gewollt oder gelesen, trotzdem wurden es immer mehr und nun verschwinden sie – wie Seifenblasen – einer nach dem anderen. So schön : )

Auf ein Neues!

DSGVO ist da und die Welt ist nicht stehengeblieben. Sie dreht sich weiter, so wie ich weiter am häkelmonster basteln werde. Das eine oder andere wird sich verändern, deshalb wird die Seite in den kommenden Wochen auch ab und an offline sein – aber am Ende wird alles gut.

Wie eigentlich immer.

 

 

 

Test-Strick: Bright Above Me

Die gefallene Kirsche, der neue Basketballkorb, Motten – über alles Mögliche habe ich in letzter Zeit gebloggt. Über das Stricken eher weniger. Höchste Zeit, das nachzuholen.

Zumal mein Bright Above Me (längst!) fertig ist. Seit geraumer Zeit liegt er nun schon hier und daran wird sich auch für eine Weile nichts ändern. Denn zum Glück ist es warm und wird jeden Tag wärmer – da ist ein Pullover aus Léttlopi definitiv das falsche Kleidungsstück. Schon schade irgendwie …

Bright-Above-Me Häkelmonster
vor dem Spannen (und noch zu groß für den Sohn)

Denn er ist genauso geworden, wie ich ihn haben wollte. Ich bin richtig glücklich mit dem Ergebnis: Mit den Farben, dem Garn, der Anleitung, der Passform. Es passt einfach alles.

Wer die Anleitung kennt und das Bild genauer ansieht, wird sehen, dass ich sie „rückwärts“ gelesen habe: ich habe den Pullver nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben gestrickt. Nicht zuerst die Passe, sondern erst Körper und Arme. Der Grund war simpel: ich mag es lieber. Irgendwie strickt es sich dann zum Ende hin leichter (und schneller). Ausserdem bilde ich mir ein, dass es den Spitzen der Sterne besser steht.

Bright-Above-Me Häkelmonster
nach dem Spannen

Alles andere ist genau nach Anleitung.

Damit freue ich mich zwar immer noch nicht auf kommende Kälte in Herbst und Winter, aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich sie dann leichter ertrage ; )

Bright-Above-Me Häkelmonster

Glück im Unglück

oder: wie ich den Mann um den Vatertag brachte.

Vergangene Woche saßen morgens zwei Motten im Bad an der Wand. (Fängt an wie ein Witz, weiß ich. Ist aber keiner). Ich weiß noch, dass mich das einerseits wunderte (was machen die im Bad?) und andererseits auch nicht (Frühling, Offenes Fenster. Großer Garten). Wo immer sie herkamen – überlebt haben beide ihren Ausflug nicht.

Am nächsten Morgen klebten drei im Treppenhaus. Dann wieder zwei im Bad (leben auch längst nicht mehr). Alles nicht erschreckend, aber irritierend. Also habe ich überall Mottenpapier hingelegt, die Schränke inspiziert und dann – gestern morgen – den Mann gebeten die Leiter an die Luke zum Dachboden zu hängen (jedes Mal ein Akt) und mal nachzusehen, wie es da oben aussieht. Es war nur so ein Gefühl …

Denn nachdem wir das Dach gerade erst gedeckt und isoliert haben, ist da oben eigentlich nichts. Bißchen Weihnachtsdeko, bißchen Kram, zwei Teppiche für die im Wohnzimmer kein Platz ist. Aber Kontrolle schadet ja nicht. Ich war sicher in zwei Minuten ist der Mann wieder unten. Statt dessen rief er mich. „Kannst Du mal gucken kommen?“ …

Manchmal hat man so Eingebungen … Und (GRUSEL) einer der beiden Teppiche war bestenfalls noch ein Skelett. Auf ihm (gefühlt) alles lebendig. Zwei Staubsaugerbeutel wurden voll. Kleine Luke, dicke Teppiche, eng zusammengerollt, einmal quer durchs Haus geschleppt. Ewigkeiten, bis endlich beide – der Schöne und das Skelett – vor dem Haus in der Sonne lagen. Wir haben gesaugt und geklopft und gefegt und gewischt bis auch die allerletzte Motte verschwunden war – Teppiche, Dachboden, Leiter, Treppenhaus. Jetzt ist ein Teppich in der Garage (er wird Montag abgeholt und gereinigt), der andere ist hin.

Keine Motte heute morgen. Keine einzige. Nirgendwo. Der hätte ich auch was erzählt.

Bei allem: Glück im Unglück – irgendwas hat mich schon im März dazu gebracht, einfach mal alle Wolle, jedes einzelne Knäuel, anzugucken, zu sortieren, zu photographieren, in Ravelry einzugeben, in Tüten zu packen und dann in Plastikboxen. Lucky me – oder? Das heißt, die Motten haben tatsächlich kein Fädchen erwischt, weil einfach keins verfügbar war.

 

 

Trotzdem habe ich heute morgen in jede einzelne Tüte noch mal reingeguckt … Und sicherheitshalber noch mal Sophias 10-Punkte-Plan gegen Motten gelesen. Schaden kann es nicht.

 

 

Bei allem habe ich nicht viel gestrickt. Ein neuer kleiner Socken-Teststrick (Wavelength von Stichfest) ist auf meinen Nadeln, aber dazu mehr wenn das Paar fertig ist. Vorerst nur ein Bild: angefangene Socke auf Olivenholz-Kochlöffel.

Wavelength Häkelmonster

Schöne Anleitung – so viel kann ich schon sagen. Ob Muster und Verlaufsgarn nicht doch zu viel sind bleibt abzuwarten.

Bißchen Grusel ist da allerdings immer noch. Die ganze Zeit denke ich was hätte sein können …  Ich kann Euch deshalb nur raten immer mal wieder überall da nachzugucken wo Ihr sonst nie nachguckt und wo Wolliges sein könnte … hinten im Schrank, im Keller, auf dem Dachboden. Am besten jetzt gleich.

Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig! Danach strickt es sich nochmal besser ; )

Kleine Schritte

Sechs Jahre ist es her, dass wir aus unserer Neuköllner Wohnung raus mussten. Zeitgleich bot sich für mich die Möglichkeit eines Jobs in Illinois. Das hätte man jetzt Fügung nennen können – haben wir aber nicht.

Statt dessen haben wir wochenlang diskutiert, überlegt und geträumt, denn wir hatten uns ein Haus angeguckt, das zum Verkauf stand. Die Entscheidung war schwer, Beides hatte Vor- und Nachteile – gehen oder bleiben – und weil wir uns nicht einig wurden, haben wir letztlich das Kind (damals 7) entscheiden lassen: Was möchtest Du? Ins Land der besten Basketball-Liga der Welt oder in ein Haus mit Basketballkorb an der Garage?

Er wollte Letzteres.

Basketball HäkelmonsterAlso haben wir ein kleines, altes Haus nicht weit von unserer bisherigen Wohnung gekauft. Wir ahnten ja nicht, was es heißt ein Haus zu besitzen. Die Kurzform: irgendwas ist immer. Klar wollten wir direkt die Einfahrt pflastern und dann den Basketballkorb anbringen, aber jedes Mal, wenn wir das Geld zusammen hatten, kam etwas anderes. Und das war (leider immer) dringender. Bäume, die gefällt werden mussten, ehe sie umstürzen, das nicht isolierte Dach …

Seit sechs Jahren wartet das Kind auf seinen Korb. Und es wird noch dauern. Dachte ich.

Freitag war Pia in Berlin. Wir haben in der Sonne gesessen, gestrickt, gesprochen und irgendwann sagte sie dann – wenn auch in ganz anderem Zusammenhang – kleine Schritte, man muss kleine Schritte machen. Und dass wir meistens viel zu groß, viel zu komplex denken.

Erst später im Auto, nachdem ich sie zum Flughafen gebracht hatte, hat es endgültig Klick gemacht: Kleine Schritte!

Ja, auch momentan ist wieder mal etwas anderes dringender als ein Basketballkorb. (Wenngleich er da indirekt mit dazugehört …). Wir müssen eine Kellerwand trocken legen. Dazu muss die Treppe vor dem Haus weg. Trockene Wand, neue Treppe, Pflastersteine in der Einfahrt, ein neuer Gartenzaun, ein Tor. Und dann (wirklich, endlich) der Korb. Alles zusammen kostet 5-stellig. Noch sparen wir. Wahrscheinlich bis Ende des Sommers.

Aber: ein Korb ist ein Korb! Mehr nicht. Werfen kann man auch, wenn die Kellerwand naß und der Boden nicht gepflastert ist. Kleine Schritte.

Noch am Freitag haben wir uns erst online, dann im Sportgeschäft Korbanlagen angesehen; gestern entschieden, gekauft und schließlich aufgebaut. Nun steht er da, als hätte es ihn immer schon gegeben. Bis zum Einbruch der Dunkelheit hat der Sohn geworfen, gedribbelt, gespielt. Jetzt ist er wieder draußen – gucken, ob der Korb wirklich da ist.

Basketball HäkelmonsterJa, wir müssen die Kellerwand machen. Und die Einfahrt. Machen wir auch. Eins nach dem anderen.

Wir haben einen Korb. Und ein glückliches Kind. Mehr geht nicht 💙.

Rosa

Zwei Wochen im Jahr ist unser Garten rosa. Die riesige japanische Kirsche blüht dann so unbeschreiblich üppig und schön, dass auch im Haus alles (durch die Lichtreflexion) rosa zu sein scheint. Und erst letzte Woche habe ich mich gefragt, warum wir eigentlich nie eine Gartenparty machen, Freunde und Nachbarn einladen, um dieses Spektakel zu teilen.

War vielleicht besser, dass nicht …

Japanische Kirsche HäkelmonsterDenn nun ist dieser unglaubliche Baum von jetzt auf gleich auseinander gebrochen. Einfach so. Da waren die Blüten wohl zu schwer.

Ich tröste mich damit, dass wir jetzt nicht nur mehr Licht, sondern vielleicht auch (endlich!) Rasen unter dem Baum haben werden. (Und dass das Holz – einmal geschnitten, getrocknet, gespalten – viel und tolles Kaminholz sein wird).

Traurig bin ich trotzdem.

Japanische Kirsche HäkelmonsterUnd so hat die Kirsche die Farben meines heutigen Hexagons beeinflusst.

Vier Monate Hexagone, ein Drittel des Jahres, 120 Tage sind jetzt tatsächlich in Tüten. Januar + Februar + März + April. Jeden Tag eins – so ist der Plan. Ein ziemlich zähes Projekt mittlerweile … Trotzdem stricke ich weiter. Wenns gut läuft gleich morgens, noch vor dem Frühstück. Draußen auf der Veranda, mit Blick in den Garten. Knapp 30 Minuten und das „Tagwerk“ ist erledigt. Klappt aber leider nicht immer. Weil es regnet. Oder weil ich keine Lust habe.

Wenn es nicht diesen Beigeschmack von „klein beigeben“ hätte, vielleicht hätte ich dann schon längst aufgehört. Aber so …

Morgen stricke ich das nächste. Ein Hexagon für die Kirsche, ein Löffel Hexagon für den Frühling, ein Löffel Hexagon für …

Ostrava

Basketballer sind schmerzfrei. In jeder Hinsicht – nicht nur auf dem Feld. Und so finden Turniere auch gerne mal an Feiertagen statt: Lundaspelen zu Neujahr fand ich schon ungewöhnlich (vorsichtig formuliert), das Turnier in Tschechien, von Gründonnerstag bis Ostersonntag, war da kaum besser.

Denn nachdem Osterhasen (meistens) nicht in Gärten kommen, in denen keine Kinder sind, fiel Ostern als Familienfest 2018 für uns aus. Aber wir (der Mann und ich) haben gelernt, das Beste draus zu machen und so sind wir kurzentschlossen der Mannschaft hinterher gefahren.

Ostrava Easter Torunament HäkelmonsterNach Ostrava. Drittgrößte Stadt Tschechiens, Gut 550 km von Berlin entfernt, 10 km südlich der Grenze zu Polen, 300.000 Einwohner – sicher keine Stadt, in die ich unter anderen Umständen gefahren wäre. 5 Stunden 12 Minuten gab google maps als Fahrtzeit an – 9 Stunden wurden es Gründonnerstag …

Irgendwie Fügung, denn rückwirkend sollte das alles gewesen sein, was ich an Strickzeit auf dieser Reise bekommen würde.

Kaum angekommen wurden wir – zusammen mit Mutter und Großmutter eines anderen Spielers – zum Betreuerteam: kauften Wasser, organisierten (zwischen den Spielen) Buffets aus Obst und Müsliriegeln für die Spieler, fütterten die Whatsapp Gruppe mit Bildern und Berichten für die Eltern zu Hause, wuschen und hängten Trikots, trösteten, lobten, feuerten an – kurz: waren beschäftigt.

Fünf Spieler fielen einer nach dem anderen aus, mit Verletzungen an Kopf, Arm, Knöchel, Knie und wegen Kreislaufproblemen. Kühlpacks gingen nach der Hälfte der Spiele aus und wurden durch tiefgekühlte Erbsen in Tüten ersetzt (oh, wie bewundere ich diese geistesgegenwärtige Mutter!). Ost-europäischer Basketball ist physisch heißt es – stimmt.

Bei Allem haben wir es dennoch irgendwie geschafft, die Stadt zu sehen. Zumindest ein bißchen. Das alte Ostrava,

Ostrava Easter Torunament Häkelmonsterdas sozialistische Ostrava,

Ostrava Easter Torunament Häkelmonsterdas moderne Ostrava.

Ostrava Easter Torunament HäkelmonsterSchon irre, was Stadt und Menschen in den letzten 100 Jahren über sich ergehen lassen mußten. Wir waren in wunderbaren Restaurants mit lokaler Küche (Knödel 😬) und hätten es mit der airbnb-Wohnung nicht besser treffen können. Und so waren es dann eben doch irgendwie Ferien – zumindest für uns.

Die Jungs haben mit drei oder sogar vier Spielen am Tag Unglaubliches geleistet. Am Ende stand dann ein Happy End: 🏆 Gold in ihrer Altersklasse!

Noch in der gleichen Nacht hat der Bus sie dann zurück nach Hause geschaukelt. Seither schläft das Kind … sollte man meinen – aber nein! Er trifft sich mit Freunden am Korb … Noch sind ja Ferien.

Wen wunderts also, daß ich wenig gestrickt habe! Immerhin – erste Bilder habe ich schon vom Teststrick für Dieuwke Schack-Mulligen (Dutte auf Ravelry), der zur Zeit auf meinen Nadeln ist. Bright Above Me heißt die Anleitung (noch im April soll sie online gehen) und wird mit einer Sternenpasse superschön.

Bright Above Me Dutte HäkelmonsterDabei wäre ich gerne schon viel weiter. Weil eigentlich alles bis zum 15. April fertig sein soll und (noch wichtiger!) weil jetzt endlich, endlich Frühling zu werden scheint. Wer will dann noch einen Norweger-Pullover?!

Bright Above Me Dutte HäkelmonsterEinziger Trost: es strickt sich toll. Mal sehen, wie weit ich bis Ende der Woche komme.

Ostern haben wir dann übrigens doch noch gefeiert: als wir Ostersamstag am Abend aus einem Restaurant kamen, stand die Tür zur gegenüberliegenden Kirche (die oben auf dem Bild) weit offen. Dort sangen im Stockdunklen viele, viele Menschen, während eine Kerze nach der anderen angezündet wurde, bis die Kirche ganz hell war. Dann kamen die Glocken aus Rom zurück.

Sehr besonders und sehr schön – danke Ostrava!

 

 

h+h 2018

Letztes Wochenende war wieder mal Basketball angesagt. Auf dem Parkett der Sohn; auf der Bank seine Eltern. Und wieder mal ging es um viel: nachdem die Jungs vor zwei Wochen Berliner Meister ihres Jahrgangs geworden sind (Tschakka!), spielten sie jetzt um die Qualifikation für die Norddeutschen Meisterschaften. Und das, wo in Köln die h+h stattfand – die Messe für Handarbeit und Hobby …

Lange habe ich nicht so gehadert – Basketball oder Wolle. Der Sohn oder ich. Mutter des Monats oder Wolle pur. Letztlich habe ich dann doch einen Flug nach Köln gebucht. Samstag morgen zu nachtschlafener Zeit hin, spät nachts zurück und Sonntag in die Halle nach Fürstenwalde. Yeah!

 

Meine Highlights?

Highlight N°1: Wie so oft – das Vernetzen im richtigen Leben! Pia, Sabine, Kathi, Sophia, Rebekka, Kiki und alle anderen, die ich gesehen, umarmt und gesprochen habe. An Messeständen, in Terminen und beim Bloggertreffen der Initiative Handarbeit. Überhaupt: das Bloggertreffen. Was für eine wunderbare Aktion, den Bloggern auch in diesem Jahr ein Forum zu bieten, an dem sie sich kennenlernen, wiedersehen und austauschen konnten. Und – ja – gestrickt haben wir auch. Auch wenn die Mehrheit der Anwesenden aus Nähenden zu bestehen schien. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, noch viele Kreative kennenzulernen.

Initiative Handarbeit – sagt Euch das eigentlich was? Ich glaube, dazu werde ich demnächst auch noch mal mehr schreiben.

Highlight N°2: Termine bei Schachenmayr und LanaGrossa mit vielen Infos zu neuen Garnen und Designs. Begeistert hat mich wieder mal … Sockenwolle!

h+h2018 HäkelmonsterVon Schachenmayr gibt es ab Mitte Juli eine Regia Premium-Line. Anders gewickelt als die üblichen Knäuel und (zu Recht!) mit kleiner Krone auf der Banderole. Drei Edelgarne machen diese Serie so besonders: Merino Yak hat 14% ungefärbte Yak-Fasern. In Alpaca Soft sind 15% Suri Alpaca und Silk besteht zu 20% aus Seide. Alle drei sind megaschön! Und ganz weich : )

Tatsächlich zu schade, um nur Socken draus zu stricken. Ich bin sehr gespannt auf erste Stricktests. Da blogge ich in nächster Zukunft sicherlich noch ein paar Mal drüber.

h+h2018 HäkelmonsterLanaGrossa bringt im Juni Sockenwolle mit Glitzer auf den Markt. Der Glitzerfaden ist dabei nicht (wie früher) aus Metall, sondern aus Polyester und deshalb tatsächlich weich. Es wird Farbverlaufsgarne (Ringel) geben und einfarbige Sockenwolle. Letztere finde ich total klasse! Ganz schlicht und dann – wegen des Glitzers – doch nicht.

Auch damit möchte (und werde!) ich unbedingt stricken.

 

Highlight N°3: Die vielen Messestände – totale Inspiration, Kopfkino pur! Nur gut, dass man auf der h+h nichts kaufen kann, sondern nur gucken. Ich wäre sonst arm geworden!

Sieht so aus, als gäbe es in der Herbst/Winter-Saison nichts, was es nicht gibt: Alle Fasern, alle Stärken, alle Materialien, alle Farben. Warum es mir ausgerechnet die (Polyester-)Jacke von Katia angetan hat? Keine Ahnung. Aber noch geht sie mir nicht aus dem Kopf. Wie ein Mäusefell sieht sie aus.

 

Ich habe so viel gesehen, gelernt, gefühlt – es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das alles aus mir raus kommt. Noch kann ich nicht mal richtig drüber schreiben. (Merkt man gar nicht, ich weiß …). Da kommt also noch was.

Und sollte die eine oder der andere sich jetzt fragen was das Highlight für den Sohn war: Platz 2! Und damit tatsächlich die Qualifikation für die Norddeutschen Meisterschaften im April! Geht doch 🥈 Er sagt, es lag (auch) am Einhorn-Bild, das ich ihm aus Köln geschickt habe. Wenns doch immer so einfach wäre …

h+h2018 Häkelmonster

Grau

Bis vor kurzem haben sie jeden Abend zusammen gegessen. Die ganze Familie. Mutter, Kinder, Vater. Der Vater kam immer als letzter nach Hause. Aber wenn er da war, wurde gekocht und anschließend gegessen. Zusammen.

Irgendwann wollte eins der Kinder – ein Teenager – dann nur noch Vegetarisches. Am abendlichen Ablauf hat das nichts geändert. Wie vorher auch haben sie gekocht und später zusammen gegessen. Alle an einem Tisch. Auch wenn nicht mehr alle Alles aßen.

Der Schritt zu vegan war dann schon größer. Zwar aßen immer noch alle zusammen, aber es war nicht mehr so einfach. Anfänglich versuchten die Eltern noch so zu kochen, dass jede/r zufrieden war, neue Rezepte kamen dazu, aber irgendwann bat das Mädchen um ein eigenes Regal in der Küche, mit eigenen Lebensmitteln, und begann selber für sich zu kochen.

Es war dann nur noch eine Frage von Zeit, dass das Mädchen das selbst zubereitete Essen zu Zeiten aß, zu denen sie Hunger hatte und nicht mehr wenn die Familie aß. Ihr Platz am Eßtisch blieb deshalb immer häufiger leer.

HäkelmonsterSie war immer schon schmal. Jetzt ist sie zu schmal. Manchmal steht sie tagelang nicht auf, bleibt im Bett und starrt vor sich hin. Manchmal ist für Momente alles wieder so wie früher. Danach ist dann alles noch schlimmer. Für alle. Eine Achterbahn.

Ich gucke zu. Kenne alle lange, sehe wie unglücklich sie sind. Die Eltern, die Geschwister, das Mädchen. Dann frage ich mich, wie all das hätte verhindert werden können. Wie es sich lösen läßt. Was ist zwischen ignorant und aufdringlich? Reicht es da zu sein?

Fallen Cloud HäkelmonsterDaran denke ich, wenn ich – Masche für Masche, Zopf für Zopf – ein Tuch für das Mädchen stricke. Sie wünscht sich, dass ich für sie stricke. Gesagt hat sie es mir nie. Ich stricke in Grau. Weil das die Farbe ist, die sie am liebsten trägt.

Fallen Cloud. Weich und warm wie eine Umarmung.

Nicht vegan.

 

 

#projekt2018

Januar steckt in einer Tüte, Februar auch. März ist im Karton. Jeden Tag, na ja, eher: fast jeden Tag kommt ein kleines Kissen dazu und – zumindest was dieses Projekt anbelangt – hätte ich nichts dagegen, wenn 2018 so langsam zur Neige ginge.

Kann gut sein, dass ich das hier zu Hause schon ein paar Mal erwähnt habe. So bißchen nur …

Also hat mir der Sohn (wir erinnern uns: Leistungssportler Jahrgang 2004) eine Alternative vorgeschlagen: keine Hexagone mehr, dafür Liegestützen, jeden Tag eine mehr.

#projekt2018 Hexagone HäkelmonsterAuch bei dieser Challenge sind nun schon zwei Wochen ‚rum und mittlerweile finde ich es gar nicht mehr so schlimm täglich ein kleines Hexagon zu stricken. Besser als Liegestützen allemal 😬.

Und? Von wann ist mein Bild? Richtig, 4. März. Neun weitere kleine Kissen kamen danach.

Noch bin ich tapfer, aber mein Gefühl sagt mir, dass ich bis Ende des Jahres wohl nur eine der beiden Challenges durchhalten werde. Ihr dürft raten welche …

 

Rechteckig und grün

Es ist eine Weile her, dass ich dieses Tuch gestrickt habe. Genau genommen Jahre … Ein Muster hing in Chicago in dem wunderbaren Wollgeschäft Windy Knitty (das leider seit 2016 geschlossen ist). Und weil so viele Menschen dieses Tuch so toll fanden, hatte die Ladenbesitzerin eine kleine Glocke dran genäht – damit sie merkt, wenn es „veschwindet“ …

Rectangle Shawl HäkelmonsterIch wollte nicht ihres, ich wollte ein eigenes. Also habe ich die Anleitung gekauft und kaum wieder zu Hause mit passender Wolle in der Farbe Basilikum angeschlagen. Super simple Anleitung, gut geschrieben und doch war von Anfang an der Wurm drin. Unfassbar, wie oft ich mich vertan habe, wie viel ich ribbeln und zurückstricken musste. Über 2 Jahre hatte ich es immer wieder in der Hand und es wollte nicht werden.

Aber irgendwann war ich fertig. Mit dem Tuch, mit den Nerven, mit allem. Erst Recht, als ich feststellte, dass es viel zu lang geworden war. Also habe ich ein letztes Mal geribbelt, dann einen Rand drumherum gestrickt (der nicht Teil der Anleitung ist), das Tuch gewaschen, gespannt und weg gepackt.

 

Bis gestern morgen.

Ich brauchte was Grünes wegen der grünen Strickjacke (andere Geschichte, auch nicht einfach), habe schnell entschlossen eben dieses Tuch gepackt und bin nun tatsächlich richtig glücklich damit.

Rectangle Shawl HäkelmonsterTolles Garn, perfekte Größe, schönes Muster – das werde ich jetzt ganz sicher viel öfter tragen. Vorausgesetzt, ich bekomme es zurück …