Ich bin, du bist, er/sie ist …

In keinem Fach war ich so schlecht in der Schule wie in Latein. Unterirdisch schlecht … Und doch war Abwählen keine Option. Also habe ich mir nach der letzten 5 geschworen nie wieder irgendwas mit Latein zu machen. Nie! Wieder!

Daran habe ich mich auch jahrelang jahrezehntelang gehalten. Bis vor sechs Wochen.

Denn offenkundig wiederholen sich Dinge: Ein Jahr Latein ist Pflicht an der Schule meines Sohnes … Der leere Blick mit dem er mich jetzt anguckt wenn wir zusammen lernen – ich glaube, den hatte ich auch, wenn mir mein Vater gegenüber saß um mit mir zu lernen. Aber es hilft ja nichts.

Heute schreibt der Sohn die erste Klassenarbeit. Also haben wir gestern zusammen am Eßtisch gesessen:

„Konjugier mal sein auf Latein … ich bin, du bist, … “

„Das hatten wir noch nicht.“

„Hm, komisch. Es steht mit deiner Schrift in deinem Heft.“

„Zeig mal …“ kam dann sehr gedehnt. „Ach das meinst du. Das brauchen wir nicht zu können.“

Nee, klar. Kommt ja auch selten vor. Ich bin verwundert, wir sind beide genervt – das Verb ’sein‘ ist echt selten … (Reizt mich jetzt, das überall im Blogpost bunt zu machen).

Pulswärmer HäkelmonsterWährend wir arbeiten stricke ich Pulswärmer. Mit Daumen – das ist neu. Meine waren bisher immer ohne. Das Ergebnis ist sehr befriedigend. Deutlich befriedigender als unsere Latein-Lernerfolge fürchte ich.

Wann ist der Moment ein Kind alleine lernen zu lassen? Loszulassen und zu sagen: mach! Wie macht Ihr das?

Heute nachmittag ist Englisch dran. Und Mathe. Perfekte Fächer um Daumen an Pulswärmer zu stricken : )

 

 

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3 Kommentare zu “Ich bin, du bist, er/sie ist …

  1. Eine berechtigte Frage, die nach dem richtigen Zeitpunkt. Und der ist wohl bei jedem anders. Meinen Sprößling habe ich seit der 3. Klasse mehr oder minder alleine laufen lassen. Eine Weile ging es gut – dann nimmer. Dann wieder anzufangen ist eher keine Option – und brauchen tun’s die meisten bis zum Abi 😉 aber es ist wohl eher so, dass egal wie man’s mach, es kann halt auch falsch sein – schöner Blog-Artikel. Lese ich immer wieder sehr, sehr gern! Danke!

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  2. Ich habe beide Kinder bis zur 7. Klasse täglich bei den Hausaufgaben begleitet. Teilweise durch konkrete Hilfe, teilweise durch physische Anwesenheit auch strickenderweise. Es ist einfach ein schönes Gefühl gemeinsam zu „arbeiten“.
    Mittlerweilen studiert mein Sohn und wenn er von der Uni kommt, unterhalten wir uns öfter über diie Themen seiner Vorlesungen. Meine Tochter macht eine Ausbildung zur Gesundheitspflegerin und lebt in der Woche im Schwesternwohnheim. sie lernt sehr diszipliniert und möchte danach Medizin studieren. Auch ich habe einige Lateinlektionen miterlebt, aber ich muss sagen, der Einsatz bis der Grundstein sitzt, hat sich gelohnt. Haltet durch, ich wünsche Euch noch frohes Schaffen.

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